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Sie stehen eher auf dem rechten Bein, laufen mit dem linken los. Kaffee ist nicht wirklich Ihr Ding, genauso wenig, wie früh morgens schon Heldentaten zu vollbringen. Dafür sind Sie bis spät nachts fit wie ein Turnschuh. Sie schlafen auf dem Rücken oder auf der rechten Seite. Im Fitnessstudio atmen Sie ein, wenn Sie das Gewicht wegdrücken, obwohl Ihr Trainer Ihnen gesagt hat, Sie müssten dabei ausatmen; aber irgendwie funktioniert das bei Ihnen nicht. Wenn Sie auf einem Stuhl ohne Lehne sitzen müssen, bekommen Sie schnell Rückenschmerzen. Ihr Kopf ist immer leicht angehoben.
 
Oder:
 
Sie stehen eher auf dem linken Bein und laufen rechts los. Kaffee bekommt Ihnen gut und morgens kommen Sie recht leicht aus dem Bett. Sie schlafen auf dem Bauch oder der linken Seite. Im oben erwähnten Fitnessstudio fällt es Ihnen leicht, beim Wegdrücken der Gewichte auszuatmen. Sie schaffen es leicht, ohne Lehne auf einem Stuhl zu sitzen; Ihr Kinn zeigt immer leicht nach unten.
 
 
 
 
Die Atmung ist es, die uns in erster Linie am Leben hält. Ohne Nahrung kommen wir ein paar Wochen aus, selbst ohne Wasser unter Umständen noch einige Tage. Aber selbst die Trainiertesten schaffen es höchstens ein paar Minuten ohne Luft. Somit gilt, dass alles was wir tun, die Atmung unterstützen und optimieren sollte.
 
Erich Wilk hat vor mehr als 50 Jahren durch Beobachtung festgestellt, dass es zwei gegensätzliche Atemtypen gibt: der eine, der aktiv ein und passiv ausatmet, der so genannte "Einatmer" und der andere, der aktiv aus und passiv einatmet, der so genannte "Ausatmer".

Damit einher geht eine typenkonforme Haltung, Ernährung, eine Einteilung des Körpers in Kalt- bzw. Ruhe, und Warm- bzw. Bewegungszonen, die, jeweils richtig angewendet, die typenrichtige Atmung unterstützen. Die wurde auch von Frau Dr. Charlotte Hagena in ihrer mehr als 40jährigen Tätigkeit als Kinderärztin (und später auch durch ihren Sohn Christian) durch Beobachtung bestätigt.

 
 
 
 
 
Kurz gesagt: wenn man das oben gesagte konsequent umsetzen will, wird alles dadurch beeinflusst. Wie sitze ich am Schreibtisch, welche Nahrung sollte ich vorwiegend zu mir nehmen, welche Sportart ist günstig für mich usw.

Den festgelegten Atemtyp gilt es zu unterstützen; durch die Körperhaltung, die Ernährung, die entsprechende typenrichtige kalt-warm Behandlung bei Erkrankung.

So lange wir noch einigermaßen jung sind, scheint man falsches Verhalten wegstecken zu können. Aber der Körper "merkt" sich, was wir ihm antun und reagiert bei permanenter typenwidriger Ernährung oder Lebensweise mit Unwohlsein oder sogar Krankheit.

So ist die bipolare Atemtypologie auch in erster Linie Therapie; z.B. für Allergien wie Neurodermitis oder Lungenerkrankungen wie Asthma. Aber auch bei orthopädischen Schäden wie z.B. bei Rückenproblemen sind die Betroffenen erstaunlich schnell wieder schmerzfrei.

 So ist die bipolare Atemtypologie auch in erster Linie Therapie; z.B. für Allergien wie Neurodermitis oder Lungenerkrankungen wie Asthma. Aber auch bei orthopädischen Schäden wie z.B. bei Rückenproblemen sind die Betroffenen erstaunlich schnell wieder schmerzfrei.
Selbst die kleinen Verletzungen, die im täglichen Leben schnell einmal passieren, z.B. Prellungen oder Schnittwunden, heilen schneller, wenn man weiß, ob die Wunde sich in einer Warm- oder Kaltzone befindet und entsprechend mit feuchter Wärme oder trockener Kälte behandelt werden muss.

Erich Wilk hat Übungen für den jeweiligen Atemtyp entwickelt, die konsequent und richtig angewendet (verbunden mit typenrichtiger Ernährung und Lebensweise, soweit dies möglich ist) mit einer bis dahin nie gekannten Treffsicherheit zur Heilung führen.

 
 
Dass insbesondere bei Bläsern die Atmung eine zentrale Rolle spielt, muss nicht näher erläutert werden. Als ehemals "herumgedrehte" Einatmerin weiß ich aus eigener Erfahrung, in welche Sackgasse der Versuch führt, eine "falsche" - weil typenentgegengesetzte - Atemtechnik immer wieder zu üben.

 Ich erlebe heute in meinem Unterricht immer wieder, wie sehr der typengerechte Umgang mit der Atmung und der Haltung das Flötenspiel unterstützen, bzw. das typenfremde stören kann. Oft genügt schon eine Kleinigkeit wie z.B. das Heben der Ellenbogen für einen Ausatmer oder das Heben des Kopfes für den Einatmer, um den Klang plötzlich aufblühen zu lassen. Und das gilt bereits für Anfänger, die u.U. noch nicht über ein ausgeprägtes - flötistisches - Körpergefühl verfügen.

Eine detaillierte Beschreibung beider Atemtypen würde hier den Rahmen sprengen und ist nur theoretisch auch eigentlich nicht möglich. Deshalb erfolgt hier nur die Darstellung der Grundlagen.

Generell sollte zum Üben immer mit dem aktiven Part angefangen werden, d.h. Einatmer beginnen mit der aktiven Einatmung. Dabei wird der Brustkorb nach schräg oben gedehnt, auf keinen Fall in den Bauch atmen. Das Blasen erfolgt nun durch Loslassen des so entstandenen Überdruckes in der Lunge, die Bauchdecke sollte dabei möglichst entspannt bleiben. Dies erfordert am Anfang einige Übung, da die volle Dehnungskapazität bei den wenigsten vorhanden ist. Auch das "Loslassen" ist zu Beginn schwierig, da es bei vielen u.U. ein Gefühl von völliger Kontrolllosigkeit hervorruft. Es ist aber unbedingt zu vermeiden, aktiv blasen zu wollen. Es ist sehr anstrengend und der Klang wird sehr schnell "übersteuert". Das Gefühl von wenig Luftkapazität resultiert beim Einatmer in der Regel daraus, dass beim Blasen der Brustkorb nicht wirklich losgelassen wird und so die in der Lunge vorhandene Luft auch nicht genutzt werden kann.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die typengerechte Haltung. Einatmer stehen rechtsbetont auf der Ferse, die Knie sind durchgedrückt, dadurch ist der Kopf leicht angehoben. Die Oberarme sollten möglichst hängen.  Im Idealfall wären die Handgelenke Richtung Handinnenfläche gebogen, die Finger geraten dadurch in die Streckung. Dementsprechend ist anzuraten, das Kopfstück ein wenig nach innen zu drehen, um bei optimaler Hand- und Kopfhaltung den richtigen Anblaswinkel zu finden.

Entsprechend pusten Ausatmer zunächst alle Luft  hinaus, indem er/sie vor allem den Flankenbereich (Rücken) aktiv verengt (auch hier keine "Bauchatmung" - der Bauch ist für die Verdauung zuständig!!!). Das Einatmen (durch den Mund) erfolgt passiv nur durch Loslassen der vorher verengten Bereiche in den Ruhezustand, dabei sollte der Unterkiefer möglichst locker nach unten fallen. Das erfordert am Anfang einige Übung, da viele schnell das Gefühl haben, dass es "jetzt aber wirklich nicht weiter nach innen geht". Das liegt daran, dass statt beim Auspusten mit den Flanken weich nach innen zu gehen, versucht wird, mit Muskelanspannung eben dies zu verhindern. Das Gefühl von "Nicht genügend Luft haben" nach dem Loslassen resultiert meist daraus, dass erstens, wie eben geschildert, nicht wirklich ausgeatmet und zweitens statt danach losgelassen mit verengter Muskulatur aktiv in den Brustkorb eingeatmet wird. So wird nach und nach die Prozedur immer anstrengender und die zur Verfügung stehende Luft immer geringer.

Es sollte aber dennoch unbedingt vermieden werden, auch bei lockeren Flanken aktiv einzuatmen. Der oder die Betreffende gewinnt dadurch keineswegs an Kapazität. Im Gegenteil wird die für das Flötespielen zur Verfügung stehende Luft eher geringer und der Klang leidet ganz erheblich.

Ausatmer stehen linksbetont auf dem Ballen, die Knie locker, die Ellbogen möglichst angehoben. Der Kopf zeigt leicht nach unten, eine Knickung der Handgelenke Richtung Handrücken ist günstig, dadurch ergeben sich runde Finger. Hier empfiehlt es sich, das Kopfstück ein wenig nach außen zu drehen.

Beherrscht man die typenrichtige Atmung, kann es für lange Phrasen durchaus einmal nötig sein, als Ausatmer ein wenig aktiv Luft nachzuziehen bzw. als Einatmer unter das Ruheniveau des Brustkorbes zu gehen, um mehr Kapazität zu bekommen. Jedoch kann das nicht oft praktiziert werden, da es sehr viel Kraft kostet. Mir (als Einatmerin) gelingt dies nur, wenn ich danach eine recht lange Pause machen kann.

 

Wer Interesse hat, dies für das eigene Instrument umzusetzen:
 
e-mail genügt.
 
 
 

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